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Malerei

Die Macht der Bilder liegt vor allem in der Erzeugung innerer Bilder der Betrachter. So haben Kunstwerke der Malerei das Potenzial, Teile von uns zu werden, Impulse im Inneren, die wiederum wachsen und wirken können. Die Arbeitsweise Giovis unterstützt diesen Prozess konstruktiv. So werden mit den unterschiedlichsten klassischen oder avantgardistischen Techniken zunächst Strukturen herausgearbeitet, in deren Verläufen das Bild sich anlegen wird. Dies geschieht in der Regel durch Verdichtung und experimentellen chemischen Erweiterungen von Farbschichten, die zu realen Objekten wachsen, in Einklang mit zufälligen Entstehungsprozessen, die für die Authentizität eines zeitgenössischen Kunstwerks von hoher Bedeutung sind. In der Malerei Giovis erkennt man Prozesse der Überwindung von Stringenz und die Ambition, prozesseigene Widerstände aufzufangen und deren Energie ins Plastische zu kanalisieren. Die subjektiven inneren Tiefen und Spiegelungen seelischer Intentionalitäten des Künstlers treten nicht als abgetrennte Einzeller auf, sondern als Teile zusammenwirkender Dynamiken diverser und teilweise unbekannt bleibender Variablen. Trotzdem und womöglich deswegen ist gerade die Malerei das Feld, in dem der Künstler Giovi am Meisten von sich preisgibt, verletzlich und durchlässig werden kann.  
Almasulissky

Bildhauerei

Skulpturen sind Form gewordene und gezielte Anwendungen physischer künstlerischer Kraft. Sie entstehen aus dem Wechselspiel von Zerstörung und Erschaffung und in Kommunikation mit den natürlichen Eigenheiten der Materialien, aus denen sie bestehen. So liegt der natürlichen Formausprägung eines Baumstamms ein Fluss wachsender, verdichtender Kraft zu Grunde. Diese Bewegung zu erfassen, mit Ihr zu kommunizieren, ihre Widerstände aufzufangen, zu erhalten und in neue Formen zu leiten, ist die Herausforderung für den mit ihr arbeitenden Künstler. Giovi arbeitet stets mit den inhärenten Vorgaben der Materialien und bleibt dadurch auch im künstlerischen Resultat in ihrer ureigenen Sprache. Die Skulpturen sind dadurch Ausdruck einer dem Werkstoff innewohnenden und damit realen Formmöglichkeit, die aber ohne den Eingriff des Künstlers nie zu Tage getreten wäre. So simuliert Giovi gewissermaßen eine ähnliche Einflussnahme auf das Material wie Schnee, Wind, Trockenheit oder Regenfülle.
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Blackbooks

In den Blackbooks vereinen und durchdringen sich alle Ausdrucksmittel von Giovis künstlerischem Schaffen. Wir finden Collagen von eigenen Fotografien, Zeichnungen, Skizzen, Materialexperimente, Skizzen von Skulpturen und Plastiken, die wiederum, etwa mit Zeitungsfragmenten oder Illustriertenbildern, verfremdet werden. Es sind Materialien und Ideen, die unter Künstlerhand mit sich selbst spielen und sich dabei entwickeln. Ein informeller Treffpunkt sämtlicher Impulse, in die Giovi künstlerische Impulse fließen läßt und die nach und nach zurückfließen, um in ihrer entsprechenden Form künstlerische Realität zu werden.
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Papierarbeiten

Giovis Arbeiten auf und mit Papier sind abstrakte Experimente, die prozesshaft entstehen. Im Zentrum steht die Wechselwirkung diverser Materialien. Auch lässt sich die Integration des Zufälligen erkennen, die wiederum in der Wechseldynamik zwischen kontrolliertem künstlerischen Fokus und der Eigendynamik der Stoffe entsteht. So ist auch jedes Kunstwerk aus den Papierarbeiten Giovis immer ein Unikat jenseits der Reproduzierbarkeit ihrer teils zufällig aufeinandertreffenden Faktoren. Wir erkennen in den Papierarbeiten wieder den Ariadnefaden der Kunst Giovis. Die ästhetische Qualität des Zufalls, des Chaos', ja letztlich des Lebens in seiner Schönheit aufzufangen und darzustellen. So wird hier auch nachvollziehbarerweise auf die Leinwand als Materialgrund verzichtet, denn Papier ermöglicht einzigartige Variationen der mit ihr, aus und auf ihr entstehenden Kunst. Die papierspezifische künstlerische Ausgangsposition stellt sich bei Arbeiten auf Leinwand materialbegründet nicht ein. Vielmehr sind die Papierarbeiten auch ein spielerischer Vorgang, ein im Vergleich leichtfüßigerer Entwicklungsprozess eigener Sprache. So wie das Medium auch leichter transportierbar ist, was dem reisenden Naturell des Künstlers entspricht.