
Giovi
Österreichischer Künstler
Transdisziplinäre Praxis zwischen
Malerei, Skulptur, Fotografie
und ortsbezogenen Formaten
-
Meine Arbeit bewegt sich zwischen urbanen Arbeitsräumen, internationalen Projekten und maritimen Erfahrungsfeldern. Reisen, Navigation und das Arbeiten in unterschiedlichen Kontexten prägen meine Bildsprache ebenso wie Wasser, Wind, Reibung und Schichtung.
Ich male, wie sich Bewegung anfühlt. Meine Bilder entstehen aus Druck und Schichtung: große, klare Gesten treffen auf Tropfen, Abrieb, Kratzer und transparente Schleier. Es ist ein Arbeiten zwischen Kontrolle und Loslassen, bis sich aus dem Bewegten kurz eine Linie, ein Rhythmus, ein Kurs ergibt.
Mich interessieren Kräfte, die sich nicht direkt zeigen, aber alles beeinflussen. Das Meer ist für mich weniger Motiv als Denkmodell. Segeln heißt, Unsichtbares zu lesen: Windfelder, Böen, Druck, Strömung, Timing. Man entscheidet im Moment, reagiert auf Veränderung, hält den Kurs, obwohl alles in Bewegung ist. Genau dort setzt meine Arbeit an.
Ich erzähle nicht vom Wasser. Ich arbeite mit denselben Prinzipien: Reibung, Richtung, Drift, Verdichtung und Kurswechsel. In großformatigen Arbeiten wird Malerei für mich zu einer Form von Navigation. Eine Richtung ist da, dann beginnt das Reagieren, Verschieben, Verdichten, Wegnehmen. Schicht um Schicht entstehen Oberflächen, in denen Zeit sichtbar wird — Tropfen als Spuren der Schwerkraft, Abrieb als Erinnerung, Linien und Bögen wie Routen durch ein offenes Feld.
Neben der Malerei arbeite ich auch skulptural, fotografisch und in multimedialen Formaten. Mich interessiert die Vielfalt der Ausdrucksformen ebenso wie die Eigenlogik der Materialien. Oberfläche, Dichte, Transparenz, Widerstand und Spur sind für mich keine Nebensachen, sondern Bedeutungsträger. Bild, Raum, Material, Klang und Licht können einander verstärken — und Intensität in eine Form übersetzen, die nicht erklärt, sondern trägt.
